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Fright Night "The Play Of Pain"

Kalt und lang sind die russischen Winter, genau fur diese Jahreszeit haben die Moskauer Herrschaften von Fright Night genau die richtige Musik parat. Schwermutig, vertraumt, aber auch melancholischer und vielschichtig prasentieren sie uns das Material auf ihrem Output „The play of Pain‛. Ganz im Stile der Kollegen von Lacrimosa, Ghosting, Dreadful Shadows, Die Laughing, Scream Silence und so weiter sehen sich auch Marianna Lukyanova (Winter) (voc & guit), Irina Lebedenko (Weena Morlock) (keys), Vadim Mironov (Lars) (drums), Nikolay Shevelev (Shade) (bass) und Alexey Ovsiyenko (Ergil) (voc) verpflichtet unsere Gehorgange mit elegischer Musik zu durchdringen. Mit viel Eigenstandigkeit (was in diesem Genre ja nicht ganz einfach ist) uberzeugen die Herrschaften mit satten 10 Tracks die uns auf eine weite, betrubte Reise entfuhren. Hier gilt der Grundsatz, hinsetzen, zuhoren und runter ziehen lassen. Wer auf solche Gemutsmusik steht, der wird von vorne bis hinten von den Russen vollends verwohnt.

Mit „His Death‛ wird der Opus schon sehr dunkel verfarbt und melancholisch begonnen. Was vorerst mit einem eher ruhigeren Start hingelegt wird, endet in einer etwas flotteren Weiterfuhrung. Dennoch man verbleibt eher im betrublichen Soundgewasser und musiziert recht gekonnt eine Runde Magen umruhrende Musik runter. Mit viel Eifer lenkt man das Schiff durch schwarz getrankte Gewasser, was wunscht man sich mehr? Richtig eigentlich gar nichts, au?er vielleicht einige experimentellere Untermalungen. Die bekommen wir auch recht reichlich, aber mit Ma? und Ziel um uns nicht komplett zu uberfordern.

Auch das nun gebotene „The Letter of the End‛ wird mit einem sehr dezenten, verhaltenen Start hingelegt. Vor allem die Stimme des Fronters dringt bis in die tiefste Magengegend vor und lasst es ordentlich rumoren. Der russische Bursche vermag viel Eindruck zu hinterlassen, doch auch seine Kollegin uberzeugt auf ganzer Linie. Bei solchen Wechsel/Duettparts gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufugen, au?er vielleicht das es im Gegensatz zu vielen Szenekollegen sehr ausgereift ruber kommt. In diesem Rhythmus und mit diesem Gesang vermogen die Herrschaften eine sehr eisige Kalte in die heimischen vier Wande zu zaubern.

Etwas im klassischen Stile wird nun „The Blood‛ gestartet. Mit ordentlich, schleppendem Kraftfutter wird nun aufgewartet. Sagendes, dreckiges Gitarrenspiel bereichert den sehr wankelmutigen Grundrhythmus sehr gut. Auch wechseln sich die beiden Gesangsakrobaten wieder sehr ausgewogen ab, was weiter eine gute Bereicherung im Gesamtkonzept bildet. Schwersinnig geht es den Herrschaften von der Hand und somit kann man locker in etwas entspannter Lage sich komplett auf eine weitreichende Fantasiereise entfuhren lassen.

Ebenfalls im leicht klassischen Soundgewasser startet nun auch „The Summon‛. Etwas hauchzarter ist allerdings als Ablose an dieser Stelle der Beginn ausgefallen. Das klassische Klavierintermezzo wird von sehr dezenten, dunklen Soundarrangements begleitet. Gut aufeinander gestimmt und mit viel Wiedererkennungswert wird bei diesem Stuck hantiert. Sehr dunkel – romantischer Song den man uns mit diesem Stuck prasentiert.

 

Mit „We will Go‛ druckt man etwas mehr das Gaspedal. Erscheint einem nach mehreren Durchlaufen wie eine Hommage an das Musicalstuck Phantom of the Opera, was auch an dem sehr ahnlichen Keyboardspiel liegt. Dadurch ruckt man den Song auch in eine etwas nachdenklichere, schwarz gefarbte Richtung. Nur einige klarere Ausrei?er verhindern ein zu wankelmutiges Gefuhl und das kommt immer wieder zum richtigen Zeitpunkt. Sehr ausgefeilte Taktik die zu gefallen wei?.

Zuruck auf eher ruhigen Pfaden kehrt man mit „Rainbow Demon‛. Guter Stimmungsmacher wird erneut zu Beginn hingelegt. Sehr vertraumte, dunkle Linie die man vorerst fahrt und etwas langer im Vordergrund halt. Ruhig bleibt es auch, dennoch bietet der Mittelteil etwas langatmigere Solieinlagen in Sachen Gitarrenarbeit. Erneut baut man auf viel Genie?errhythmik und wer auf solche Stucke steht kann sich komplett von dem Klangbild verwohnen lassen.

 

Auch das nun folgende „Two Roses‛ baut sich auf einem ruhigen, depressiveren Start auf. Wie eine musikalisch erzahlte Geschichte klingt dieser Song und somit kann man diesen Part auf dem Silberling ein weiteres Mal entspannt genie?en.

„The Cross and the Pyre‛ kommt ebenfalls dezenter als Einleitung daher, wohlgemerkt verabschiedet man sich allerdings von depressiverer Klangkunst und serviert uns somit eher einen sehr rauen, schwarz angefarbten Track. Die Rhythmik entwickelt sich immer weiter, bis man schlussendlich sogar das Midtempogewasser deutlich uberschreitet. Sicher kein Nackenbrecher, aber dennoch ein etwas flotteres Stuck, das eine gute Bereicherung auf der Scheiblette bildet, nach dem man uns mit einigen voran gegangenen Stucken etwas mehr furs Seelenheil geboten hat.

„Christopher Lee‛ kommt im leichten Vampire Soundgefuhl ruber. Nicht nur wegen dem Namen des Schauspielers der ja bekanntlich so manchen Graf Dracula in etlichen Filmklassikern gespielt hat. Nein auch vom Sound her tendiert man eher in dieses Milieu. Fur Nachtmenschen genau das richtige bevor der Morgen graut. Mit eiskaltem Feeling wird der Song dabei bestens ruber gebracht.

Etwas klarer, als auch deutlich frohlicher verabschiedet sich die russische Truppe mit „Black‛ von uns. Im Gegensatz zu den Vorreitern klingt das Stuck etwas breitentauglicher und man tendiert eher in die Richtung 80er Gothic, mit leichtem Musical Einschlag. Gut miteinander kombiniert vermag man noch einmal die volle Breitseite des Konnens zu prasentieren.

Fazit: Gothic Opus der in keiner Sammlung fehlen sollte. Ruhig, depressiv, melancholisch, aber auch von einigen herzhafteren Ausbrechern wird einiges geboten.

 

http://www.metalunderground.at/fright_night_-_the_play_of_pain.html

 
 
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